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Die Kirchen im Dorf.
Sicher erstaunt es manchen Besucher, daß in einer Gemeinde der Größe Irndorfs zwei Kirchen stehen. Eine Kleine und eine Große. Eine Alte und eine Neue, wobei die Neue nun auch schon wieder über 150 Jahre steht. Aber was sind schon 150 Jahre für eine Kirche ...
Beide Kirchen sind katholisch und dem Hl. Petrus geweiht.

Die Minderheit der evangelischen Christen im Dorf verfügt über kein eigenes Kirchengebäude und ist an die Kirchengemeinde Fridingen angeschlossen.
Katholische kirchliche Nachrichten, sowie die Nachrichten für die evangelische Gemeinde, sind in das Gemeindemitteilungsblatt ´Donnerstags´ integriert.

Bei Fragen bezüglich Gottesdiestterminen und Veranstaltungen lesen Sie bitte dort nach. Oder fragen Sie einen regelmäßigen Kirchgänger ...
Der Pfarrgemeinderat.

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Ehrenämter. Lohnt sich das ? Einsatz für die Gemeinschaft. Wer dankt es ? Nun, nicht jeder wohl. Aber es ist des Dankes würdig, wenn es immer noch Männer und Frauen gibt, die sich engagieren. Trotzdem.

Hier gebührt der Dank, von Links nach Rechts:

Martina Brunner, Elisabeth Schanz, Karl-Hans Alber, Silke Beck, Sonnengild Waldenmeier, Rosina Reize, Monika Grieble, Monika Rebholz.

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Eine  kleine Kirchenchronik.  

Die Pfarrkirche von Irndorf, die dem Hl. Petrus geweiht ist (Kathedra Petri), wurde im Jahr 1848 im damals üblichen Rundbogenstil vom Staat erbaut, da die kleine Mutterkirche im Friedhof nicht mehr genügte. Sie hat einen klaren übersichtlichen Raum ohne Säulen und eine Decke, wie man sie damals liebte.
1899 ließ Pfarrer Kuchelmeister, der schon das alte Kirchlein hatte erneuern lassen, durch die Beuroner Schule ausmalen. Der Kirchenraum wurde sehr farbig. Die Holzdecke hatte dunkelrote Balken und dazwischen mosaikartig bemalte Felder. Die säulenartigen Lisenen der Wände waren dunkelpurpur. Die Decke im Chor ein Himmel in Blau mit goldenen Sternen, die ganzen Wände in brauner Farbe mit quer laufenden Ornamenten und vielen Spruchtafeln in deutscher, lateinischer und griechischer Sprache. Oben am Fries zog sich rings um den ganzen Kirchenraum die Darstellung der turmgeschmückten Mauer des himmlischen Jerusalems, in deren Öffnungen viele musizierende, anbetend schreitende, mystisch versunkenen und fürstlich dienende Engel standen. Die Mitte dieses Ringes von Engeln bildete gleich einem Stein im Ring vorne im Chor das Lamm Gottes als strahlende Sonne. Im übrigen hatte die Kirche die damals übliche Ausstattung aus holzgeschnitzten neuromanischen Altären mit vielen Heiligen. Im Triumphbogen hing das gotische Kreuz im Nazarenerstil von Beuron überarbeitet.

Bei der Erneuerung der Kirche im Jahre 1963-1967 wurde die Grundidee der Ausmalung, nämlich die Darstellung des himmlischen Jerusalems, dessen Sonne das himmlische Lamm und dessen Brautgeleite der Chor der Engel ist, beibehalten. Zu ihrer Deutung wurden über die beiden Seitenportale 2 Verse des Kirchweihhymnus gesetzt. Bei diesen Arbeiten ließ man sich leiten von der Ehrfurcht vor der großartigen Idee des himmlischen Jerusalem und von der Achtung vor den Mönchen und Brüdern der Beuroner Kunstschule, die 1899 mit viel Liebe in nachbarlicher und freundschaftlicher Verbundenheit die Ausmalung dieser Kirche durchgeführt hatten. In Beuroner Notizen finden sich folgende Bemerkungen:
1892 Irrendorfer alte Kirche restauriert, Skizze von Pater Desiderius.
1893 Irrendorfer alte Kirche. - Rosenkranz und Skapulierbild von Pater Paul und Bruder Leopold Scheuchl.
1899 Ausmalung der Pfarrkirche in Irrendorf nach Entwürfen des Pater Paulus Krebs. Das Schiff malte Pater Paul und Oblate Sarkander Vbrik. Im Chor halfen Frater Ephrem König und Frater Rabanus Kalt. Die Dekoration führte Maler Bucher aus Fridingen aus.
Der Diözesankunstverein sprach sich eindeutig für die Beibehaltung der Beuroner Malereien in unserer Kirche aus. Er führte dazu an die Nachbarschaft zu Beuron, die weitgehende Zerstörung der Werke Beuroner Kunst durch den Krieg, den liturgischen Charakter der Kunst und die kunstgeschichtlich Bedeutung der Beuroner Schule.
Wir sind uns wohl bewußt, daß unsere Malereien nicht zu den klassischen Werken der Beuroner Schule gehören und daß es sich bei der Auffrischung der Gemälde, deren Farbe sich weitgehend aufgelöst hatte, wie man erst bei der Arbeit erkannte, nicht um eine völlig stilgerechte Renovation alter Kunstwerke handelt.
Diese Malereien bedeuten uns aber ein gut Stück religiöse Heimat und sagen uns viel über die Kirche und unserer Hoffnung besonders im Zusammenhang mit den beigefügten Texten aus der Geheimen Offenbarung.

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Im Jahre 1963-1967 wurde die Kirche innen erneuert unter der Leitung des Architekten Albert Schönle von Riedlingen unter Mitarbeit folgender Künstler:
Edzard Seeger, München (Gesamtentwurf der Ausmalung, Fenster in Kirche, Hauptportal und Sakristei, er schuf auch das Hauptportal mit dem Leben und Sterben des Kirchenpatrons)
Oskar Steidle, Schwenningen/Baden (Altar, Priesterbank, Ambo, Tabernakel, Taufstein und Osterleuchter)
P. Beyerle, Wangen/Allgäu (Renovierung der Gemälde und Figuren, Entwurf für Altarleuchter, Apostelleuchter und Gemmenkreuz)
Firma Mönch, Überlingen a.B. baute die neue Orgel nach den Entwürfen von P. Aymard Wunsch OSB, Beuron
Die Renovation hat auch bauliche Veränderungen mit sich gebracht: Der Chor wurde vorgezogen und eine neue niedere Empore auf leichte Säulen gestellt, groß genug für Orgel, Kirchenchor, Kinderchor und Orchester. Hinzu kam der völlige Neubau einer Knaben- und Herrensakristei mit Ölheizung in den Kelleräumen und schließlich der Windfang an allen Türen, z.T. vorgebaut.

Die Bodenplatten aus Grau- und Gelbjura legte Zeidler und Wimmel, Riedlingen, das schöne und bequeme Gestühl aus afrikanischem Holz lieferte Hauser, Spaichingen, die Lautsprecheranlage mit Bodenschlinge und den Anschlüssen für Schwerhörige installierte Telefunken Stuttgart, die Fenster wurden nach den Entwürfen von Seeger durch Derix Rottweil angefertigt. Die Kupferleuchten sind von Kusterer.

Die Gesamt-Renovation versuchte in Ehrfurcht vor dem Überlieferten an gotischer, barocker und Beuroner Kunst einen für moderne Liturgie und Frömmigkeit geeigneten Raum zu schaffen. Beherrschend im Raum steht die Choranlage mit dem Altar aus Rotem Marmor und der Priesterbank aus römischen Travertin, flankiert vom Ambo mit Tabernakel und Taufstein mit Osterleuchter. Alles wurde farblich auf die Beuroner Malereien abgestimmt.
Der Chor eignet sich gut für die Gestaltung der erneuerten Liturgie. Die Sonne des Lammes und die priesterlichen Gestalten der Engelfürsten verbinden die irdische und die himmlische Liturgie. Hinter der Priesterbank ist noch Raum für den Kinderchor als Partner zum Kirchenchor auf der Empore.
Die Tabernakelsäule und der Tabernakel mit dem großen gotischen Kreuz wollen den neuen Lebensbaum darstellen, dessen kostbare Frucht die Eucharistie ist. Das zierliche Barockaltärchen daneben enthält die echten Reliquien der guten Betha von Reute, die die Wundmale Christi trug und von der Eucharistie lebte. Sie ist die zweite Patronin unserer Pfarrgemeinde. Unser Dorf wurde ihr geweiht zur Zeit ihrer Seligsprechung durch einen Beuroner Pater, der von Waldsee stammte und Irrendorf pastorisierte (12.Sept.1768).
Der Taufstein aus dem gleichen roten Marmor wie Altar und Ambo steht bei der Madonna vom Sieg und trägt den Vers eines alten Kirchenhymnus aus Gallien eingemeißelt. Er heißt:
Aus dem Taufquell, weiß und lieblich und mit Chrisamduft gesalbt, führt die mütterliche Jungfrau ihre Kinder in das Licht, die das hehre Kind des Vaters, Christus, für den Himmel zeugte.
Auf dem Bronzedeckel des Taufsteins hat Oskar Steidle, der auch den Osterleuchter fertigte, den Inhalt des Verses in vier Bildern dargestellt. Der Oserleuchter trägt zur Osterzeit, bei Tauf- und Totenfeiern die Osterkerze, sonst die Marienkerze. Bei Maria und dem Taufbrunnen steht auch der Thron der hl. Schrift.

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Neben dem großen gotischen Kreuz (um 1500) und der frühbarocken Madonna vom Sieg (um 1680) lädt noch eine gotische Pieta am hinteren Ausgang der Kirche zum persönlichen Gebet ein. Der alte, barocke Kreuzweg ist auf den Kirchenraum verteilt, daß ihn die Gemeinde auch wirklich gehen kann. Das alte Bild der hl. Familie neben dem Aufgang zur Orgelempore zieht vor allem zur Zeit des Josefsfestes die Beter an.

So vereint die erneuerte Kirche intime Stätten des Gebetes mit der Festlichkeit eines klaren, übersichtlichen liturgischen Raumes, der durch seine kostbare Ausstattung und Farbigkeit erfreut. Sie vereint die traditionellen Schätze an alten Kunstwerken mit den Schöpfungen moderner Kunst. Die Grundidee der Beuroner Ausmalung, das himmlische Jerusalem mit der Sonne des Lammes im Kranz der Engel, wurde bewahrt als Urgestalt der Kirche, weiterentfaltet und in Wort und Bild von neuem zum Leuchten gebracht.

Bedeutsam ist noch die Gestaltung des Hauptportals, wo Edzard Seeger auf 10 in Kupfer geätzten Tafeln das Leben und Sterben unseres Kirchenpatrons, des hl. Petrus, schildert. Der Inhalt der Bilder von unten links angefangen ist folgender: Petri Berufung, Fischfang, Du bist Petrus der Fels, Fusswaschung, Verleugnung, Pfingstpredigt, vor dem Hohen Rat, im Kerker, auf dem Bischofsstuhl - Kathedra Petri, Martyrium. Das Fenster über dem Hauptportal und die Fenster in der Sakristei sind ebenfalls dem hl. Petrus gewidmet.
Die Sakristei birgt auch einige wertvolle Stücke vom Beuroner Hochaltar der unteren Kirche (vier Evangelisten, sechs Reliquienkästchen, zwei anbetende Engel) - während die untere, als Aufbahrungsstätte unserer Entschlafenen 1971/72 ausgebaute und erneuerte, Kirche ihre wertvolle alte gotische Pieta behalten hat samt dem goldgefaßten alten Hochaltarkreuz der oberen Pfarrkirche.
Der Altar der erneuerten Pfarrkirche wurde am Christkönigsfest 1966 durch Domkapitular Weitmann geweiht, die Orgel und die Petrustüre am Fest Peter und Paul 1967 durch Dekan Fridrich, Wurmlingen. Die Gemeinde spendete fast 300.000 DM freiwillig für die Erneuerung, was eine ungewöhnliche Verbundenheit zu ihrer Kirche beweist.

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Ostansicht

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Altarraum

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Altar - Vorraum

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Jesus und Maria

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Kreuzfigur

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Engel - Hauptthema der Beuroner Kunst


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Empore mit Orgel