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Ein wenig Geographie und Erdgeschichte.
Zwischen dem Naturschutzgebiet “Irndorfer Hardt” im Norden und dem Naturpark Oberes Donautal zwischen Fridingen und Langenbrunn unter Schloß Werenwag liegt Irndorf auf der sanften Südabdachung der Schwäbischen Alb, dem Heuberg.
Von 889 m im Norden, im Hardt, senkt sich die Gemarkungsfläche langsam über den Rauhen Stein im Süden ( 786 m) und reicht hinunter bis zur Donau (600m).
Im schroffen Gegensatz zur leicht gewellten Irndorfer Feld- und Waldflur stürzt an der Albkante eine von tiefeingeschnittenen Schluchten zerklüftete Felswand etwa 200 m zum Donautal hinab. Zu ihren Füßen liegt in einer Donauschleife das Kloster Beuron.
Der markanteste und bekannteste Ausblick biete sich dem Besucher aber vom Eichfelsen, hinunter zum Donaudurchbruch.

Auch im Westen ist die Irndorfer Hochfläche durch eine steile Felswand vom Tal der Bära abgegrenzt.
Da das Quellgebiet der Bära bereits jenseits des nördlichen Steilrandes der Schwäbischen Alb liegt, bildet ihr Tal eine alte Verkehrslinie. Die Reste der Burg Lengenfels, wie auch die talabwärts hoch über der Bära auf Bergnasen stehenden Ruinen Kreidenstein und Pfannenstiel dienten der Straßenwacht.

Sanfter ist die Abgrenzung gegen die Hochfläche im Nordosten durch die geheimnisvoll dunklen Trockentäler Finstertal und Simonstal mit ihrem Reichtum an seltenen Pflanzen.
Gegen die Steilränder hin neigt der wasserdurchlässige Weißjura-Kalk zur Höhlenbildung. Eine der vorigen Generation noch zugängliche Tropfsteinhöhle beim Bärentaler Weg ist heute verschüttet. Doch finden wir auf der Gemarkung Kolbingen, jenseits des Bäratales, vier stattliche Höhlen, von denen die größte, die Kolbinger Höhle, ein beliebtes Wanderziel ist.

Die Verkarstung des Weißjuragebietes, d.h. die Durchsetzung des Kalkes mit Spalten und Klüften, durch die das Regenwasser und mancher zunächst oberirdisch fließende Wasserlauf rasch bis zu tieferliegenden wasserundurchlässigen Schichten durchsickert, wo das an Kohlensäure angereicherte Wasser durch Lösen und Ausschwemmen unterirdische Hohlräume schafft, wird sichtbar in Höhlen, Trockentälern und “Erdfällen” (Dolinen). Die zahlreichen “Erdfälle” im Norden der Irndorfer Gemarkung, kleine kreisrunde Mulden, rühren von der Unterhöhlung der Deckschicht durch unterirdisch fließende Wasser. Dort, wo wasserundurchlässige Gesteins- und Erdschichten nahe an der Oberfläche anstehen, finden sich auf der Schwäbischen Alb die “Hülben”, Wasserdruckstellen, die infolge des langsamen Abflusses kleine Teiche oder Tümpel bilden. Als Tränkstellen fürs Vieh oder gar als Ansatzpunkt kleinerer Siedlungen waren sie für unsere Bäuerlichen Vorfahren von unschätzbarer Bedeutung. Auf der Irndorfer Hochfläche dürften es tonige oder lehmige Muldenfüllungen aus der Zeit des tertiären Molasse-Meeres sein, die zur Bildung solcher Hülben geführt haben. Das im Westen der Gemarkung eingezeichnete Gewann “Hülben” führt kein Wasser mehr; dagegen ist im NO, erreichbar vom Wanderweg 7, die “Alte Hülbe” vor allem an ihrem Bewuchs,
aber auch an einem kleinen Tümpel als wasserführend zu erkennnen. Sie diente deshalb früher als Tränke inmitten eines damals nur als Weideland genutzten Geländes.

Trotz meist strenger und schneereicher Winter zieht der Frühling in Irndorf eine Woche früher ein als im größten Teil der Schwäbischen Alb. Die Öffnung der Südabdachung des Gebirges zum klimabegünstigten Bodenseegebiet hin dürfte dafür die wichtigste Ursache sein. Ebenso genießt Irndorf im Herbst einen sich noch lange hinziehenden
Altweibersommer.