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Die vielen Autos, die sonntags auf den Parkplätzen
im Süden zwischen Irndorf und Schwenningen
und im Norden bei den Harthöfen parken,
lassen vermuten, dass es in der Nähe
etwas Besonderes zu sehen gibt. Von
Süden her öffnet sich der Wald nach
einer zehnminütigen Einstimmungsstrecke
zu einer schüsselartigen Lichtung mit
einem Durchmesser von einem Kilometer
inmitten bewaldeter Hügel. Einzelne
Bäume und Baumgruppen, Fichten mit Ästen
bis auf den Boden, daneben grazile Birken
und knorrige Eichen, lenken den Blick
auf sich und bewirken den parkähnlichen,
einzigartigen Reiz dieses 103 ha großen
Naturschutzgebietes.
Im Frühling
sind die Wiesen übersät von Buschwindröschen
und Traubenhyazinthen und danach von
Trollblumen. Ende Juni konkurriert das
Gelb der Arnikablüte mit dem Violett
des Waldstorchschnabels. Der stolze
Blütenstand des Gelben Enzian fällt
jedem Besucher auf. Die Pflanzenkenner
entdecken besondere Kostbarkeiten, z.B.:
Berghähnlein, niedere Schwarzwurzel,
lebendgebärender Knöterich, Moorklee,
Weißer Germer... und besonders die Bleichweide,
die sonst in Deutschland fast verschwunden
ist.
Diese Vielfalt an Alpenblumen,
ein Überbleibsel aus der Eiszeit, verdankt
das Hardt der Muldenlage, in die vor
allem in klaren Nächten die Kälte absinkt
und einen Kältesee bildet. Es kann in
jedem Monat im Jahr Frosttage geben.
Die fast unglaublich klingenden Tiefsttemperaturen
der Fernsehwetterberichte werden auch
hier gemessen z.B. Weihnachten 2001
-31°, im Dorf -18°.
Das Regenwasser
hat ebenfalls keinen Abfluss. Es muss
in der Erde versickern. Dabei löst es
Kalk auf und es kommt zu der Karsterscheinung
der Dolinen. Wie eine Kette reihen sich
diese Erdfälle aneinander. In der
Mitte der Mulde finden wir zwei kleine
Birkenwäldchen, eine große Besonderheit
auf der Schwäbischen Alb, welche sauren
Lehmboden anzeigen.
Kommt man an
einem sonnigen Sommernachmittag ins
Hardt, so ist man erstaunt über die
Vielzahl und Artenvielfalt der Schmetterlinge
wie Bläulinge und Widderchen, die die
Blüten von Teufelsabbiss und Färberscharte
besuchen. Im Irndorfer Hardt wird
durch einmaliges Mähen die Landschaft
so erhalten wie sie in weiten Teilen
des Landes vor mehr als 200 Jahren aussah,
als Holzwiese oder Waldweide (mittelhochdeutsch
Hardt). Auch im Winter ist das Hardt
ein idealer Erholungsort. Die Langläufer
preisen die Loipe als schönste und schneesicherste
der Umgebung. Abends und in der Nacht
bildet sich oft dichter Bodennebel,
der die Gegend furchterregend erscheinen
lässt. So ist es nicht verwunderlich,
dass das böse Hardtweible der Sage nach
hier sein Unwesen treibt.
Hilde
Hermann
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